Zum Inhalt springen
Gastgewerbe

Küchenleiter

Küchenleiter verantworten die Produktion eines Küchenbetriebs: Speisenplanung, Warenwirtschaft, Personal und die Hygiene nach den Grundsätzen des HACCP-Konzepts.

37 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Küchenleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.400 € 3.800 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.100 € 4.700 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.500 € 5.200 € 6.300 € 62.400 €

Die Spanne wird zuerst vom Verpflegungssegment bestimmt. In der Gemeinschaftsverpflegung bei öffentlichen, kirchlichen und freien Trägern bindet häufig ein Tarifwerk wie der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst oder die Arbeitsvertragsrichtlinien der Kirchen, was die Eingruppierung festlegt und den Verhandlungsspielraum begrenzt, dafür aber Zusatzversorgung und planbare Zeiten bringt. In der Individualgastronomie und Hotellerie wird meist frei verhandelt, das Niveau schwankt mit Kategorie und Region. Nach oben wirken Zahl der produzierten Essen, geführte Mitarbeitende, mehrere Ausgabestellen und ein Meistertitel, wenn er verlangt ist.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Küchenleiter?

Ein Küchenleiter führt die Produktion. Er plant die Speisenfolge, kalkuliert Rezepturen und Portionsgrößen, bestellt Ware, nimmt sie an, prüft Qualität und Temperatur und verantwortet den Wareneinsatz als wichtigste Kennzahl des Bereichs. Hinzu kommen die Planung der Produktion über den Tag, die Einteilung der Posten, die Ausgabe und in Kantinen, Kliniken, Senioreneinrichtungen und Schulen die Einhaltung von Kostformen, Allergenkennzeichnung und Nährwertvorgaben. Der Unterschied zur Restaurantleitung ist klar: Dort steht der Gast, hier stehen Ware, Prozess und Ausgabe. Ein eigener Aufgabenblock ist die Lebensmittelhygiene. Jeder Küchenbetrieb muss nach der Verordnung über Lebensmittelhygiene ein Eigenkontrollsystem nach den Grundsätzen des HACCP-Konzepts betreiben, also kritische Punkte bestimmen, Grenzwerte festlegen, Temperaturen und Reinigung dokumentieren und Abweichungen nachvollziehbar abstellen. Dazu treten Personalschulungen nach dem Infektionsschutzgesetz, Rückstellproben in der Gemeinschaftsverpflegung und die Begleitung der Kontrollen durch die Lebensmittelüberwachung. In der Gemeinschaftsverpflegung führt ein Küchenleiter häufig größere Teams und liefert für mehrere Häuser, in der Individualgastronomie ist die Rolle näher am Handwerk und trägt oft auch die Handschrift der Karte.

Wie wird man Küchenleiter?

Der Regelweg beginnt mit der dreijährigen Ausbildung zum Koch, gefolgt von Jahren an verschiedenen Posten und der Station als Sous-Chef. Darauf setzen der Küchenmeister vor der Industrie- und Handelskammer, der Fachwirt im Gastgewerbe oder ein Studium der Ernährungs- oder Versorgungswissenschaft auf. In Kliniken, Heimen und Schulen kommen Diätetisch geschulter Koch oder eine Weiterbildung in Diätküche hinzu, weil dort Kostformen verordnet sind. In der Gemeinschaftsverpflegung und im Catering wird der Küchenmeister häufig verlangt, in der Individualgastronomie zählt die nachgewiesene Küchenlinie oft mehr als der Titel. Der Quereinstieg ohne Kochausbildung ist selten, weil Kalkulation, Warenkunde und Hygienepflichten ohne Handwerk nicht zu führen sind.

Was der Beruf verlangt

Körperliche Belastbarkeit über lange Schichten in Hitze, dazu Zeiten, die dem Betrieb gehören. Frühdienst in der Gemeinschaftsverpflegung, Abend- und Wochenenddienst in der Gastronomie, Feiertage und Veranstaltungen bestimmen den Kalender. Die Fluktuation in der Küche ist hoch, Fachkräfte sind knapp, und ein Ausfall an einem Posten muss von der Leitung ausgeglichen werden, ohne dass die Ausgabezeit verschiebt. Gefordert sind Genauigkeit bei Dokumentation und Temperaturkontrolle, weil ein Hygieneverstoß den Betrieb sofort trifft, Nüchternheit in der Kalkulation bei schwankenden Einkaufspreisen und eine Führung, die auf engem Raum unter Zeitdruck funktioniert. Reinigungsorganisation, Abfalltrennung, Arbeitsschutz und der Umgang mit Verletzungen gehören ebenfalls zur Aufgabe.

Aussichten

Der Mangel an Köchen ist groß und macht die Leitungsposition begehrt, besonders in der Gemeinschaftsverpflegung, wo Träger, Kliniken und Schulen offene Stellen lange nicht besetzen können. Der Trend zu Zentralküchen, Vorproduktion und Cook-and-Chill verschiebt die Arbeit weg vom Handwerk und hin zur Prozesssteuerung. Wege nach vorn führen in die Leitung einer größeren oder mehrerer Küchen, in die Verpflegungs- oder Betriebsleitung eines Trägers, in Beratung und Küchenplanung, in die Schulung oder in die eigene Selbstständigkeit. Der Wechsel aus der Gastronomie in die Gemeinschaftsverpflegung ist häufig und wird meist wegen der planbaren Arbeitszeiten vollzogen.

Aufgaben

  • Speisenplanung, Rezepturen und Kalkulation verantworten
  • Ware bestellen, annehmen, prüfen und den Wareneinsatz steuern
  • Produktion über den Tag planen und Posten einteilen
  • Küchenteam führen, einteilen und ausbilden
  • Eigenkontrollen nach den Grundsätzen des HACCP-Konzepts führen
  • Temperaturen, Reinigung und Rückstellproben dokumentieren
  • Kostformen, Allergene und Nährwertangaben sicherstellen
  • Kontrollen der Lebensmittelüberwachung begleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zum Koch
  • Mehrjährige Küchenerfahrung, davon Zeit als Sous-Chef oder in Leitung
  • Kenntnisse in Kalkulation, Warenkunde und Wareneinsatzsteuerung
  • Sichere Kenntnisse der Lebensmittelhygiene und des HACCP-Konzepts
  • Je nach Haus Erfahrung mit Diät- und Sonderkostformen
  • Bereitschaft zu Früh-, Abend-, Wochenend- und Feiertagsdiensten

Wo man arbeitet

  • Restaurantküche oder Hotelküche
  • Betriebsrestaurant oder Kantine
  • Klinik- oder Rehaküche
  • Küche einer Senioreneinrichtung
  • Schul- oder Kitaverpflegung
  • Cateringunternehmen oder Zentralküche

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist die dreijährige Ausbildung zum Koch, danach Jahre an den Posten und die Station als Sous-Chef. Aufbauend folgen der Küchenmeister vor der Industrie- und Handelskammer, der Fachwirt im Gastgewerbe oder ein Studium der Ernährungs- und Versorgungswissenschaft. Für Kliniken, Heime und Schulen kommt eine Weiterbildung zum Diätetisch geschulten Koch hinzu. Ein Nachweis der Hygieneschulung nach dem Infektionsschutzgesetz ist in jedem Küchenbetrieb Voraussetzung.

Offene Stellen als Küchenleiter

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Restaurantleiter

Restaurantleiter führen den Service eines Gastronomiebetriebs: Dienstplan, Gästezufriedenheit, Umsatz und Reklamation liegen an einem Platz.

Offene Stellen
123
Monatsbrutto
2.800 – 5.800 €

jobs-chef.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz