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Handel & Filiale

Verkaufsleiter

Verkaufsleiter ist eine doppelt belegte Bezeichnung: im Handel die Leitung einer Etage oder Abteilung, im Vertrieb die Führung einer Mannschaft im Außendienst.

19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkaufsleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 3.900 € 4.500 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.000 € 5.800 € 60.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.500 € 8.000 € 78.000 €

Die Spanne hängt vor allem daran, welche der beiden Rollen gemeint ist. Im Einzelhandel richtet sich die Vergütung nach Haus- und Bereichsgröße und liegt häufig noch im Rahmen des Einzelhandelstarifs mit übertariflichen Anteilen. Im Vertrieb ist ein variabler Anteil von einem Fünftel bis zu einem Drittel des Jahreseinkommens üblich, dazu ein Dienstwagen, sodass das reine Grundgehalt die Gesamtvergütung unterzeichnet. Branche, Produktwert und Zahl der geführten Mitarbeitenden erklären den größten Teil der Unterschiede.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkaufsleiter?

Die Bezeichnung trägt zwei verschiedene Aufgaben, und wer eine Anzeige liest, muss zuerst klären, welche gemeint ist. Im Einzelhandel bezeichnet Verkaufsleiter die Leitung eines Verkaufsbereichs innerhalb eines größeren Hauses, also einer Etage, einer Abteilung oder mehrerer Sortimentsbereiche in einem Möbelhaus, Warenhaus, Bau- oder Elektrofachmarkt. Geführt wird ein Team von Verkäufern und Fachberatern, verantwortet werden Umsatz und Rohertrag des Bereichs, Sortimentspflege, Flächenaufbau, Dienstplan und Beratungsqualität, oft mit eigener Verkaufstätigkeit bei größeren Aufträgen. Im Vertrieb dagegen bezeichnet Verkaufsleiter die Führung einer Außendienstmannschaft in einem Gebiet oder einem Kundensegment, häufig in Industrie, Konsumgüterindustrie, Getränke, Bauzulieferung oder Automobilhandel. Dann geht es um Gebietsaufteilung, Besuchsfrequenz, Angebotsverfolgung, Preis- und Konditionsspielräume, Jahresgespräche mit Schlüsselkunden und um die Steuerung von Mitarbeitenden, die selten im Büro sitzen. Beide Zuschnitte verbindet eine harte Umsatzverantwortung, aber die Arbeitsform ist eine andere: Fläche und Präsenz im einen, Reisetätigkeit und Zahlenführung im anderen Fall.

Wie wird man Verkaufsleiter?

Im Handel führt der Weg über die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder einen Fachberuf, über Jahre in der Beratung und über die Position der Ersten Kraft oder Abteilungsleitung; ergänzend kommen Handelsfachwirt oder Betriebswirt des Handels in Betracht. Im technischen Handel und im Möbelhandel ist Produktwissen die eigentliche Eintrittskarte, weil ein Verkaufsleiter Angebote prüfen und Kalkulationen beurteilen muss. Im Vertrieb beginnt die Laufbahn meist als Außendienstmitarbeiter oder Gebietsverkaufsleiter, häufig mit kaufmännischer Ausbildung, technischer Ausbildung mit Weiterbildung oder einem Studium der Betriebswirtschaft oder des Wirtschaftsingenieurwesens. Der Aufstieg setzt nachweisbare Ergebnisse im eigenen Gebiet voraus, und der Wechsel des Arbeitgebers ist dabei so häufig wie die Beförderung im Haus.

Was der Beruf verlangt

In beiden Varianten eine Duldung von Druck, der monatlich neu entsteht. Zielerreichung wird kurzfristig gemessen, und eine schwache Periode ist zu erklären, auch wenn Markt, Wetter oder Lieferfähigkeit die Ursache waren. Im Handel bedeutet die Aufgabe Anwesenheit zu Öffnungszeiten, Samstagsarbeit und Konflikte auf der Fläche, dazu Abstimmung mit Einkauf und Logistik über Ware, die fehlt. Im Vertrieb bedeutet sie Reisetage, Übernachtungen und die Führung von Mitarbeitenden auf Distanz, die sich vor allem über Gespräche, Berichte und Mitfahrten herstellen lässt. Verlangt werden Verhandlungsgeschick, Standfestigkeit im Preisgespräch, saubere Dokumentation und die Bereitschaft, schwache Leistungen im Team anzusprechen.

Aussichten

Die Nachfrage bleibt stabil, verschiebt sich aber. Im Handel verschwinden Etagen und Abteilungen mit schrumpfenden Flächen, im Vertrieb wächst der Anteil der Steuerung über Daten, während die Zahl der reinen Besuchskontakte sinkt. Wege nach vorn führen in die Hausleitung oder Regionalleitung im Handel und in die Vertriebsleitung, Niederlassungsleitung oder Key-Account-Verantwortung im Vertrieb. Der Wechsel zwischen den beiden Welten ist selten, weil Netzwerk und Arbeitsform verschieden sind; innerhalb einer Welt ist der Branchenwechsel dagegen üblich und häufig der schnellste Weg nach oben.

Aufgaben

  • Umsatz und Rohertrag des Verkaufsbereichs oder Gebiets verantworten
  • Verkaufsteam oder Außendienstmannschaft führen und entwickeln
  • Ziele auf Bereiche, Gebiete und Personen herunterbrechen
  • Preise, Konditionen und Angebote im eigenen Rahmen verhandeln
  • Schlüsselkunden persönlich betreuen und Jahresgespräche führen
  • Sortiment, Flächenaufbau oder Gebietsstruktur pflegen
  • Berichte und Vorschau für die Geschäftsleitung erstellen
  • Neue Mitarbeitende auswählen und einarbeiten

Voraussetzungen

  • Kaufmännische oder technische Ausbildung, häufig mit Weiterbildung oder Studium
  • Mehrjährige Erfahrung im Verkauf des jeweiligen Sortiments
  • Nachweisbare Ergebnisse in eigener Umsatzverantwortung
  • Führungserfahrung, auch über räumliche Entfernung
  • Verhandlungssicherheit in Preis- und Konditionsgesprächen
  • Je nach Zuschnitt Reisebereitschaft oder Präsenz zu Öffnungszeiten

Wo man arbeitet

  • Möbelhaus, Warenhaus oder Einrichtungshaus
  • Bau- oder Elektrofachmarkt
  • Autohaus oder Nutzfahrzeughandel
  • Konsumgüterhersteller mit Außendienst
  • Industrie- oder Bauzulieferer
  • Getränke- oder Lebensmittelhersteller

Der Weg in den Beruf

Im Handel führt der Weg über die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder einen Fachberuf, über Beratung und Abteilungsleitung, ergänzt durch Handelsfachwirt oder Betriebswirt des Handels. Im Vertrieb beginnt die Laufbahn als Außendienstmitarbeiter oder Gebietsverkaufsleiter nach kaufmännischer oder technischer Ausbildung, häufig mit dem Fachwirt für Vertrieb, dem technischen Betriebswirt oder einem Studium der Betriebswirtschaft. In beiden Fällen zählen belegte Vertriebsergebnisse mehr als der Abschluss.

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