Hausleitung
Hausleiter führen ein einzelnes großes Objekt als Ganzes: im Handel ein Einrichtungs- oder Warenhaus mit mehreren Verkaufsbereichen, in anderen Branchen ein Gästehaus oder eine Wohneinrichtung.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Hausleitung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.100 € | 4.700 € | 49.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.500 € | 5.200 € | 6.000 € | 62.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.800 € | 6.800 € | 8.500 € | 81.600 € |
Die Spanne ist breit, weil die Bezeichnung Häuser sehr unterschiedlicher Größe umfasst. Im großflächigen Handel bestimmen Fläche, Umsatz und Belegschaft die Vergütung, häufig mit einem ergebnisabhängigen Anteil und einem Dienstwagen; das Niveau liegt über dem einer Filialleitung, weil eine Zwischenebene geführt wird. In Hotellerie und Gastronomie liegt es niedriger und hängt an Kategorie und Bettenzahl. Bei kirchlichen und freien Trägern binden Arbeitsvertragsrichtlinien oder Tarifwerke des öffentlichen Dienstes die Eingruppierung und begrenzen den Verhandlungsspielraum.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Hausleiter?
Die Bezeichnung beschreibt immer die Verantwortung für ein Objekt als Ganzes, aber das Objekt wechselt mit der Branche. Am häufigsten steht Hausleiter im großflächigen Handel: Ein Einrichtungshaus, Möbelhaus oder Warenhaus wird als eigene Betriebseinheit geführt, mit mehreren Verkaufsbereichen, eigener Verwaltung, Lager und Auslieferung, oft mit Gastronomie im Haus und mit einer Belegschaft, die von einigen Dutzend bis zu mehreren hundert Personen reicht. Unter der Hausleitung arbeiten Verkaufs- und Abteilungsleiter, die Leitung selbst verantwortet Umsatz, Rohertrag und Kosten des Standorts, das Personalbudget, die Instandhaltung des Gebäudes, Arbeitssicherheit und Brandschutz sowie die Vertretung des Hauses am Ort. Daneben findet sich die Bezeichnung in der Hotellerie und in Gästehäusern, wo sie die Leitung eines einzelnen Betriebs meint, sowie in sozialen Einrichtungen, Jugendherbergen und Wohnheimen, wo sie neben Wirtschaft und Technik auch die Hauswirtschaft, die Belegung und die Betreuung der Gäste oder Bewohner einschließt. Die Rolle kommt in Stellenanzeigen deutlich seltener vor als Markt-, Filial- oder Betriebsleitung.
Wie wird man Hausleiter?
Im Handel führt der Weg über Jahre in derselben Betriebsform. Üblich sind eine kaufmännische Ausbildung, dann Stationen als Fachberater, Abteilungs- und Verkaufsleiter im großflächigen Handel, ergänzt um Handelsfachwirt, Betriebswirt oder ein Studium der Betriebswirtschaft. Entscheidend ist Erfahrung mit erklärungsbedürftigen Sortimenten, mit Auftragsabwicklung über Wochen und mit Reklamationen, die Lieferung und Montage betreffen. In der Hotellerie setzt die Position eine Ausbildung im Hotelfach oder ein Studium des Hotelmanagements und Erfahrung in der Betriebsleitung voraus. In sozialen Häusern und Jugendherbergen ist der Zugang gemischt: gefragt sind kaufmännische Kenntnisse, hauswirtschaftliche Betriebsleitung oder ein sozialpädagogischer Abschluss, je nachdem, ob das Haus vor allem wirtschaftlich oder vor allem als Betreuungsangebot geführt wird.
Was der Beruf verlangt
Die Fähigkeit, ein Gebäude, ein Geschäft und eine Belegschaft gleichzeitig im Blick zu behalten. Vieles an der Aufgabe ist nicht Verkauf, sondern Betrieb: Heizung, Kälte, Aufzug, Reinigung, Wartungsverträge, Genehmigungen und Prüffristen. Dazu kommt die Führung über eine Zwischenebene, die eigene Meinungen hat, und die Vertretung des Hauses gegenüber Vermieter, Behörden, Presse und Nachbarschaft. Die Arbeitszeit richtet sich nach Öffnungs- oder Belegungszeiten, Samstage und Feiertage gehören dazu, und bei Störungen ist die Leitung erreichbar. Verlangt werden Nüchternheit gegenüber Kennzahlen, Verlässlichkeit in der Dokumentation von Sicherheitspflichten und Ruhe in Lagen, in denen mehrere Bereiche gleichzeitig etwas brauchen.
Aussichten
Im großflächigen Handel ist die Zahl der Häuser rückläufig, und mit einem geschlossenen Standort verschwindet auch dessen Leitung; wer die Rolle ausfüllt, hat dafür ein Profil, das für Regionalleitungen und Geschäftsführungen gefragt bleibt. In Hotellerie und Sozialwirtschaft bleibt die Nachfrage stabil, weil Häuser dort nicht durch Onlinehandel ersetzt werden. Wege nach vorn führen in ein größeres Haus, in die Regional- oder Vertriebsleitung, in das Immobilien- und Expansionsmanagement oder in die Geschäftsführung eines mittelständischen Betriebs. Der Wechsel zwischen den Branchen gelingt, wenn die betriebswirtschaftliche Seite überzeugt und die fachliche Besonderheit des neuen Hauses erlernbar ist.
Aufgaben
- Das Haus als Betriebseinheit wirtschaftlich führen
- Umsatz, Rohertrag, Kosten und Personalbudget verantworten
- Abteilungs- und Verkaufsleiter führen und abstimmen
- Belegung oder Flächennutzung des Hauses planen
- Instandhaltung, Technik und Wartungsverträge steuern
- Arbeitssicherheit, Brandschutz und Prüffristen sicherstellen
- Das Haus gegenüber Vermieter, Behörden und Öffentlichkeit vertreten
- Beschwerden und Schadensfälle abschließend klären
Voraussetzungen
- Kaufmännische, hotelfachliche oder sozialwirtschaftliche Qualifikation
- Mehrjährige Leitungserfahrung in vergleichbarer Betriebsform
- Erfahrung in der Führung über eine Zwischenebene
- Kenntnisse in Betriebstechnik, Arbeitsschutz und Brandschutz
- Sicherer Umgang mit Budget, Kalkulation und Kennzahlen
- Erreichbarkeit bei Störungen und Bereitschaft zu Wochenenddiensten
Wo man arbeitet
- Einrichtungs- oder Möbelhaus
- Warenhaus oder großflächiger Fachmarkt
- Hotel oder Gästehaus
- Jugendherberge oder Freizeithaus
- Wohnheim oder Wohneinrichtung eines Trägers
- Tagungs- oder Bildungshaus
Der Weg in den Beruf
Im Handel führt der Weg über eine kaufmännische Ausbildung und Jahre im großflächigen Handel als Fachberater, Abteilungs- und Verkaufsleiter, ergänzt um Handelsfachwirt, Betriebswirt oder ein Studium der Betriebswirtschaft. In der Hotellerie ist die Ausbildung im Hotelfach oder ein Studium des Hotelmanagements mit Erfahrung in der Betriebsleitung üblich. In sozialen Häusern kommen hauswirtschaftliche Betriebsleitung, ein sozialpädagogischer Abschluss oder eine sozialwirtschaftliche Weiterbildung in Betracht; welcher Weg zählt, entscheidet der Zweck des Hauses.
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