Objektleiter
Objektleiter führen das eigene Personal in einem Kundenobjekt der Gebäude- oder Sicherheitsdienstleistung und verantworten Dienstplan, Qualität und Kundengespräch.
100 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Objektleiter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.400 € | 4.000 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.700 € | 4.300 € | 5.200 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 5.600 € | 7.000 € | 67.200 € |
Die Vergütung liegt deutlich unter den übrigen Führungsrollen dieses Portals, weil sie an den Tarifen und Kalkulationen einer margenschwachen Dienstleistungsbranche hängt. Entscheidend sind Zahl und Art der betreuten Objekte, die Größe der geführten Mannschaft und die Branche: Technisches Gebäudemanagement mit Betreiberverantwortung wird besser vergütet als Unterhaltsreinigung, Sicherheitsdienstleistung liegt dazwischen. Ein Firmenfahrzeug für die Fahrten zwischen den Objekten ist üblich. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie für Rufbereitschaft kommen je nach Vertrag hinzu und sind in den Werten nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Objektleiter?
Der Objektleiter ist der Unternehmer im Kleinen an einem fremden Ort. Die Rolle gehört fast ausschließlich in zwei Branchen: in die Gebäudedienstleistung mit Reinigung, technischem Gebäudemanagement, Grünpflege und Winterdienst und in die Sicherheitsdienstleistung. Gegenstand ist ein Objekt oder eine Handvoll Objekte, etwa ein Bürogebäude, eine Klinik, ein Werk, ein Einkaufszentrum oder eine Wohnanlage. Zur Arbeit gehören der Dienst- und Einsatzplan, Einweisung und Kontrolle des Personals vor Ort, Vertretung bei Urlaub und Krankheit, Material, Maschinen und Verbrauchsgüter, Qualitätskontrollen mit Dokumentation, die Abrechnung der vereinbarten Leistung sowie der Nachträge und das regelmäßige Gespräch mit dem Auftraggeber. Im technischen Gebäudemanagement kommt die Betreiberverantwortung hinzu: Prüffristen einhalten, Wartungen nachweisen, Störungen und Instandsetzungen steuern. Das unterscheidet die Rolle von allen übrigen Führungsaufgaben dieses Portals: Geführt wird eigenes Personal, das im Haus eines Kunden arbeitet, und zufriedenzustellen sind zwei Seiten, deren Interessen sich täglich widersprechen.
Wie wird man Objektleiter?
Meist aus dem gewerblichen Personal heraus, über die Vorarbeit oder die stellvertretende Objektleitung. In der Gebäudereinigung ist die Ausbildung zum Gebäudereiniger der Einstieg, darauf folgen der Meister im Gebäudereiniger-Handwerk oder ein Fachwirt im Facility Management. Im technischen Gebäudemanagement kommen Objektleitungen aus Berufen wie Anlagenmechaniker oder Elektroniker und ergänzen Meister- oder Technikerabschlüsse. In der Sicherheitsdienstleistung verlangt § 34a GewO für Wachpersonen den Nachweis, durch eine Bescheinigung der Industrie- und Handelskammer über die rechtlichen und fachlichen Grundlagen unterrichtet worden zu sein; für bestimmte Tätigkeiten, darunter leitende Funktionen bei Großveranstaltungen und in Unterkünften für Schutzsuchende, ist zusätzlich die Sachkundeprüfung erforderlich, und für mit der Leitung eines Betriebs oder einer Zweigniederlassung beauftragte Personen gelten dieselben Anforderungen. Erfasst werden diese Personen im Bewacherregister, das nach § 11b GewO beim Statistischen Bundesamt geführt wird. Quereinstiege sind häufig, weil der Markt Personal sucht.
Was der Beruf verlangt
Arbeitszeiten am Rand des Tages und Verfügbarkeit dazwischen. Gereinigt wird früh und abends, bewacht rund um die Uhr, und Rufbereitschaft gehört in vielen Verträgen dazu. Fluktuation und Krankenstand sind hoch, Ausfälle müssen kurzfristig gedeckt werden, notfalls durch die Objektleitung selbst. Das gewerbliche Personal wird nach den allgemeinverbindlichen Tarifverträgen der jeweiligen Branche bezahlt, was bei der Personalgewinnung wenig Spielraum lässt, und in vielen Teams treffen mehrere Sprachen aufeinander. Der eigentliche Kern der Stelle ist ein Widerspruch, der sich nicht auflösen lässt: Der Kunde reklamiert eine Leistung, und die Kalkulation des Auftrags gibt die zusätzliche Stunde nicht her. Wer das gut löst, verhandelt Nachträge, statt Überstunden zu verstecken. Hinzu kommen Dokumentations- und Nachweispflichten, die bei Prüfungen und im Schadensfall zählen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und wächst, weil Unternehmen, Kliniken und öffentliche Auftraggeber Reinigung, Technik und Sicherheit weiter auslagern und weil Ausschreibungen immer mehr Nachweise verlangen, die jemand führen muss. Der Personalmangel macht die Rolle anstrengender und zugleich sicherer. Die Wege nach vorn führen zur Verantwortung für mehrere Objekte, in eine Bereichsleitung über mehrere Objektleitungen, in eine Niederlassungsleitung mit Vertriebsanteil oder in die technische Leitung. Wer Kalkulation und Nachtragsmanagement beherrscht, steigt schneller, weil in dieser Branche die Marge im Detail der Leistungsbeschreibung entsteht.
Aufgaben
- Ein oder mehrere Kundenobjekte fachlich und personell führen
- Dienst- und Einsatzpläne erstellen und Ausfälle abdecken
- Personal einweisen, unterweisen und kontrollieren
- Qualitätskontrollen durchführen und dokumentieren
- Material, Maschinen und Verbrauchsgüter disponieren
- Leistungen abrechnen und Nachträge verhandeln
- Regelmäßig mit dem Auftraggeber sprechen und Reklamationen klären
- Im technischen Gebäudemanagement Prüf- und Wartungsfristen nachhalten
Voraussetzungen
- Erfahrung im gewerblichen Bereich der Branche, häufig als Vorarbeiter
- In der Reinigung Ausbildung oder Meisterbrief im Gebäudereiniger-Handwerk
- Im technischen Gebäudemanagement ein technischer Beruf mit Meister oder Techniker
- In der Bewachung Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO
- Sicherheit in Dienstplanung, Kalkulation und Leistungsnachweisen
- Bereitschaft zu Arbeitszeiten am Rand des Tages und Rufbereitschaft
Wo man arbeitet
- Gebäudereinigungsunternehmen
- Technisches Facility Management
- Sicherheits- und Bewachungsunternehmen
- Objekte von Kunden wie Kliniken, Werke und Einkaufszentren
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg gelingt meist aus dem gewerblichen Bereich über die Vorarbeit. In der Gebäudereinigung folgt auf die Ausbildung zum Gebäudereiniger der Meister im Gebäudereiniger-Handwerk oder ein Fachwirt im Facility Management. Im technischen Gebäudemanagement kommen Objektleitungen aus technischen Ausbildungsberufen mit Meister- oder Technikerabschluss. In der Bewachung verlangt § 34a GewO die Unterrichtung durch die Industrie- und Handelskammer, für bestimmte Tätigkeiten und leitende Funktionen zusätzlich die Sachkundeprüfung; die Eintragung erfolgt im Bewacherregister nach § 11b GewO. Quereinstiege sind verbreitet.
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