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Einheit & Region

Standortleiter

Standortleiter verantworten alles, was an einem Ort geschieht: Produktion oder Dienstleistung, Technik, Verwaltung, Gebäude und Vertretung nach außen.

110 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Standortleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.100 € 5.000 € 6.200 € 60.000 €
Mit Berufserfahrung 5.600 € 6.900 € 8.600 € 82.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.500 € 9.200 € 12.000 € 110.400 €

Maßgeblich sind die Größe des Standorts nach Beschäftigten und Anlagenwert, die Branche und die Tarifbindung. Die Leitung eines Logistikzentrums mit überwiegend gewerblichem Personal wird anders vergütet als die eines Entwicklungsstandorts mit akademischer Belegschaft, obwohl beide Stellen gleich heißen. Ein variabler Anteil an Standortkennzahlen ist üblich, ebenso ein Dienstwagen. In Konzernen liegt die Vergütung regelmäßig höher als bei mittelständischen Arbeitgebern mit einem einzigen Standort.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Standortleiter?

Der Standortleiter verantwortet einen Ort, nicht eine Funktion. Während die Betriebsleitung an der Grenze der Produktion endet und die Niederlassungsleitung ein Ergebnis verkauft, ist der Standortleiter der Hausherr: Produktion oder Dienstleistung, Lager, Technik, Verwaltung, Werkschutz, Kantine, Gebäude, Energie, Zufahrt und Nachbarschaft gehören zu seinem Bereich. Er vertritt den Standort gegenüber Behörden, Feuerwehr, Kommune und dem örtlichen Betriebsrat, führt die Standortkennzahlen und verantwortet ein Standortbudget. Die Besonderheit der Rolle ist die Matrix. Viele Funktionen am Standort berichten fachlich in eine Zentrale, die Qualität an die Konzernqualität, das Personal an die Personalabteilung, die Finanzen an das Controlling, und nur disziplinarisch an den Standort, in manchen Häusern auch umgekehrt. Wer die Rolle übernimmt, führt deshalb viel über Abstimmung und wenig über Anweisung. In kleineren Unternehmen und bei Dienstleistern verschwimmt der Unterschied: Dort ist Standortleiter fast ein Synonym für Niederlassungsleiter, allerdings meist ohne eigenes Vertriebsziel.

Wie wird man Standortleiter?

Aus der Betriebs-, Bereichs- oder kaufmännischen Leitung desselben Standorts, seltener durch Wechsel von einem kleineren Standort auf einen größeren. Verbreitet sind Studiengänge in Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, Logistik oder Betriebswirtschaft, in kleineren Häusern auch der Aufstieg über Meister und Techniker. Wichtiger als der Abschluss ist die Breite: Wer nur Produktion kennt, stößt bei Gebäudetechnik, Personalrecht und Behördenkontakt an Grenzen. Deshalb gehören Weiterbildungen in Arbeitssicherheit, Brandschutz, Energiemanagement und Verhandlungsführung zum üblichen Rüstzeug, ebenso Erfahrung in Projekten wie Werkserweiterung, Umzug oder Einführung neuer Anlagen.

Was der Beruf verlangt

Betreiberverantwortung für Gebäude und Anlagen und Arbeitsschutz über alle Gewerke hinweg. Nach § 13 ArbSchG kann der Arbeitgeber zuverlässige und fachkundige Personen schriftlich beauftragen, seine Pflichten in eigener Verantwortung wahrzunehmen, und am Standort trifft das regelmäßig die Leitung; wer die erforderliche Aufsicht unterlässt, kann nach § 130 OWiG belangt werden. Praktisch heißt das Erreichbarkeit rund um die Uhr, denn Wasserschaden, Brandmeldung, Stromausfall und Arbeitsunfall richten sich nicht nach Bürozeiten. Hinzu kommt der Standortwettbewerb: In Konzernen werden Investitionen zwischen Standorten verteilt, und wenn Volumen verlagert wird, muss die Standortleitung Kurzarbeit, Verlagerung oder Sozialplan vor Ort vertreten, auch wenn sie anderswo entschieden wurden. Diese Rolle kostet regelmäßig Beliebtheit, und wer das nicht aushält, ist auf ihr falsch.

Aussichten

Die Nachfrage speist sich aus zwei gegenläufigen Bewegungen. Neuansiedlungen, Werkserweiterungen und der Aufbau von Logistikstandorten schaffen neue Stellen, Zusammenlegungen und Schließungen dagegen erfordern Leitungen, die einen geordneten Rückbau können. Beides sucht dieselbe Erfahrung, und wer einen Standort sauber hochgefahren oder sauber geschlossen hat, ist gefragt, so ungern das jemand ausspricht. Die Wege nach vorn führen zur Verantwortung für mehrere Standorte, in eine übergreifende Betriebs- oder Produktionsleitung oder in eine Geschäftsführung, gerade in Tochtergesellschaften, wo sich Standortverantwortung und Organstellung häufig decken.

Aufgaben

  • Alle Funktionen eines Standorts zusammenführen und steuern
  • Standortbudget und Standortkennzahlen verantworten
  • Gebäude, Technik und Betreiberpflichten sicherstellen
  • Arbeitssicherheit und Brandschutz über alle Gewerke verantworten
  • Den Standort gegenüber Behörden, Kommune und Betriebsrat vertreten
  • Vorgaben der Zentrale vor Ort umsetzen und rückmelden
  • Umbau-, Erweiterungs- und Umzugsprojekte leiten
  • In Krisenlagen die Einsatzleitung vor Ort übernehmen

Voraussetzungen

  • Mehrjährige Führungserfahrung in Betrieb, Bereich oder kaufmännischer Leitung
  • Studium in Wirtschaftsingenieurwesen, Technik oder Betriebswirtschaft oder gleichwertige Praxis
  • Breites Wissen über Technik, Personal, Recht und Verwaltung
  • Kenntnisse in Arbeitssicherheit, Brandschutz und Betreiberpflichten
  • Erfahrung in Verhandlungen mit Betriebsrat und Behörden
  • Belastbarkeit in Konflikten und bei unpopulären Entscheidungen

Wo man arbeitet

  • Produktionsstandort eines Konzerns
  • Logistik- und Distributionszentrum
  • Dienstleistungsstandort mit Verwaltung und Technik
  • Forschungs- und Entwicklungsstandort

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg führt aus der Betriebs-, Bereichs- oder kaufmännischen Leitung desselben Standorts nach oben. Verbreitet sind Studiengänge in Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, Logistik oder Betriebswirtschaft, in kleineren Häusern auch der Aufstieg über Meister- und Technikerabschlüsse. Entscheidend ist die Breite der Erfahrung über Produktion, Technik, Verwaltung und Personal hinweg. Ergänzend erwartet werden Qualifikationen in Arbeitssicherheit, Brandschutz und Energiemanagement sowie Projekterfahrung mit Erweiterungen, Umzügen oder Anlagenprojekten.

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