Direktor
Direktor ist ein Titel und keine Rechtsstellung: Je nach Haus meint er ein Organ, eine Bereichsleitung, die Leitung eines Hotels oder ein Mitglied des Krankenhausdirektoriums.
2 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Direktor verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 5.000 € | 6.300 € | 8.000 € | 75.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.000 € | 9.000 € | 12.000 € | 108.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 10.000 € | 13.000 € | 18.000 € | 156.000 € |
Weil der Titel je nach Haus eine Organstellung, eine Bereichsleitung oder die Leitung eines einzelnen Hotels bezeichnet, ist eine einheitliche Spanne für diese Bezeichnung besonders unzuverlässig. Die Leitung eines kleinen Stadthotels und die Leitung eines Konzernbereichs stehen in Stellenanzeigen unter demselben Wort. Hinzu kommt, dass in der Hotellerie ein erheblicher Teil der Vergütung an Belegung und Ergebnis hängt und dass Ärztliche Direktoren ihr Einkommen überwiegend aus der Chefarzttätigkeit beziehen. Die Werte sind eine mittlere Orientierung über diese Ausprägungen hinweg.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Direktor?
Der Titel Direktor sagt zunächst wenig, und das ist die wichtigste Auskunft über ihn. Er bezeichnet keine Rechtsstellung, sondern einen Rang, und jedes Haus füllt ihn anders. Vier Verwendungen kommen am häufigsten vor. In manchen Unternehmen und in Anstalten des öffentlichen Rechts ist der Direktor tatsächlich Organ: Er leitet das Haus, vertritt es nach außen und steht in einem Dienstverhältnis mit Bestellung, wie es sonst für eine Geschäftsführung gilt. In international geprägten Unternehmen ist Direktor dagegen eine Hierarchiestufe unterhalb der Geschäftsleitung, aus dem englischen Director übernommen: ein Bereich, ein Budget, eine Berichtslinie, ein ganz gewöhnlicher Arbeitsvertrag. Im Hotel ist der Direktor der verantwortliche Leiter eines Hauses und verantwortet Belegung, Preis, Personal, Gästezufriedenheit und Ergebnis eines einzelnen Standorts, meist im Rahmen enger Vorgaben einer Kette. Im Krankenhaus schließlich meint Direktor ein Mitglied des Direktoriums: Ärztlicher Direktor, Pflegedirektor und Kaufmännischer Direktor teilen sich die Leitung, jeder mit eigener Säule und eigener Fachaufsicht.
Wie wird man Direktor?
Der Weg hängt davon ab, welche Bedeutung gemeint ist. Wer eine Organstellung anstrebt, geht denselben Weg wie in eine Geschäftsführung: Studium, mehrere Stationen mit Ergebnisverantwortung, Bestellung durch das zuständige Gremium. Wer den Rang als Führungsstufe erreichen will, arbeitet sich innerhalb einer Fachkarriere hoch, meist mit Studium, Auslandserfahrung und der Leitung mehrerer Abteilungen. Im Hotel führt der Weg über eine Ausbildung im Hotelfach oder ein Studium im Gastgewerbe, über Stationen in Empfang, Küche, Veranstaltung und Verkauf, über die Abteilungsleitung und die Stellvertretung. Im Krankenhaus ist der Ärztliche Direktor ein Chefarzt, der für eine Amtszeit bestellt oder gewählt wird, der Pflegedirektor kommt aus einem Pflegeberuf mit Studium im Pflegemanagement, der Kaufmännische Direktor aus Betriebswirtschaft oder Gesundheitsökonomie. Wer sich bewirbt, sollte früh klären, ob eine Bestellung mit Handelsregistereintrag gemeint ist oder ein Arbeitsvertrag mit schönem Titel.
Was der Beruf verlangt
Die Mehrdeutigkeit ist keine Kleinigkeit, sondern entscheidet über Rechte. Ist der Direktor Organ, greift nach § 14 KSchG kein Kündigungsschutz, nach § 5 ArbGG ist das Landgericht zuständig, und das Arbeitszeitgesetz gilt nicht. Ist er angestellter leitender Angestellter im Sinne des § 5 BetrVG, gilt das Arbeitszeitgesetz nach § 18 ArbZG ebenfalls nicht, der Kündigungsschutz aber grundsätzlich schon, mit der Einschränkung aus § 14 KSchG, dass der Arbeitgeber einen Auflösungsantrag nicht begründen muss. Darüber hinaus verlangt jede der Ausprägungen anderes: Im Hotel Präsenz an Abenden, Wochenenden und Feiertagen und die Fähigkeit, zwischen Gast, Eigentümer und Kette zu vermitteln. Im Krankenhaus die Arbeit in einem Direktorium, in dem medizinische, pflegerische und wirtschaftliche Interessen ausgehandelt werden müssen, ohne dass einer der drei weisungsbefugt wäre.
Aussichten
Der Titel wird inflationär vergeben, gerade dort, wo er statt einer Gehaltserhöhung dient; das entwertet ihn im Lebenslauf und macht die Prüfung der tatsächlichen Verantwortung im Auswahlverfahren wichtiger. In der Hotellerie entstehen laufend Stellen durch Expansion und Betreiberwechsel, zugleich fassen Ketten Häuser zu Verbünden zusammen und lassen einen Direktor zwei Standorte führen. Im Krankenhaus verringert die Bildung von Verbünden die Zahl eigenständiger Direktorien, schafft aber Leitungen über mehrere Häuser. In Unternehmen bleibt die Stufe ein üblicher Zwischenschritt auf dem Weg in die Geschäftsführung. Wer den Titel trägt, sollte in Bewerbungen nicht ihn beschreiben, sondern das, was darunter lag.
Aufgaben
- Ein Haus, einen Bereich oder eine Säule der Leitung verantworten
- Ergebnis, Budget und Personal des eigenen Verantwortungskreises steuern
- Das Haus gegenüber Eigentümern, Gremien und Öffentlichkeit vertreten
- Führungskräfte der nachgeordneten Ebene auswählen und entwickeln
- Vorgaben einer Zentrale oder eines Trägers vor Ort umsetzen
- Im Hotel Belegung, Preis und Gästezufriedenheit verantworten
- Im Krankenhaus im Direktorium Entscheidungen abstimmen
Voraussetzungen
- Mehrjährige Führungserfahrung in der jeweiligen Branche
- Abgeschlossenes Studium oder eine gleichwertige Fachlaufbahn
- Im Hotel Erfahrung in mehreren Abteilungen und im Verkauf
- Im Krankenhaus die fachliche Qualifikation der jeweiligen Säule
- Sicherheit in Kennzahlen, Budget und Personalarbeit
- Klarheit darüber, ob die Stelle eine Organstellung umfasst
Wo man arbeitet
- Hotel oder Hotelkette
- Krankenhaus oder Klinikverbund
- Unternehmenszentrale mit internationaler Titelstruktur
- Anstalt des öffentlichen Rechts
Der Weg in den Beruf
Es gibt keinen einheitlichen Weg, weil der Titel keine einheitliche Rolle bezeichnet. Für eine Organstellung gilt der Weg in eine Geschäftsführung, für die Führungsstufe eine Fachlaufbahn mit Studium und mehreren Leitungsstationen. Im Hotel führt der Weg über eine Ausbildung im Hotelfach oder ein Studium im Gastgewerbe, mehrere Abteilungen und die Stellvertretung der Direktion. Im Krankenhaus setzt der Ärztliche Direktor die Facharztlaufbahn voraus, der Pflegedirektor einen Pflegeberuf mit Studium im Pflegemanagement und der Kaufmännische Direktor ein wirtschaftswissenschaftliches Studium.
Offene Stellen als Direktor
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