Gesamtleitung
Gesamtleiter stehen über mehreren Teilleitungen eines Trägers oder Unternehmens; der Zuschnitt der Stelle ergibt sich aus dem Organigramm, nicht aus dem Titel.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Gesamtleitung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.600 € | 5.600 € | 6.800 € | 67.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 6.200 € | 7.600 € | 9.500 € | 91.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.500 € | 10.500 € | 14.000 € | 126.000 € |
Weil die Bezeichnung keinen festen Zuschnitt hat, sagt sie wenig über die Vergütung. Entscheidend ist, wie viele Einheiten und wie viele Beschäftigte unter der Leitung stehen und ob der Arbeitgeber tarifgebunden ist; in der Sozialwirtschaft prägen kirchliche Arbeitsvertragsrichtlinien und der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes die Eingruppierung und lassen weniger Verhandlungsspielraum als in der Privatwirtschaft. Die Werte hier orientieren sich an Verbundleitungen mittlerer Träger.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Gesamtleiter?
Gesamtleiter ist kein gewachsenes Berufsbild, sondern eine Bezeichnung, die Häuser wählen, wenn jemand über mehreren Teilleitungen stehen soll und die üblichen Titel nicht passen. Am häufigsten begegnet sie in der Sozialwirtschaft, wo eine Gesamtleitung mehrere Einrichtungen oder Dienste eines Trägers zusammenfasst und die jeweiligen Einrichtungsleitungen führt. Daneben gibt es sie im Bauwesen, wo eine Gesamtleitung mehrere Bauleitungen oder Projekte eines Auftrags bündelt, in Gastronomie und Hotellerie für mehrere Betriebe eines Betreibers und im Bildungsbereich für Schulverbünde, Bildungswerke und Akademien. Gemeinsam ist diesen Zuschnitten, dass nachgeordnete Leitungen geführt werden, dass ein gemeinsames Budget verantwortet wird und dass die Stelle den Verbund gegenüber Träger, Kostenträgern, Behörden und Öffentlichkeit vertritt. Nicht gemeinsam ist alles Übrige: Ob Prokura erteilt wird, ob eine echte Ergebnisverantwortung besteht und wie weit die Personalbefugnis reicht, entscheidet jedes Haus für sich. Wer eine solche Stelle prüft, sollte das Organigramm verlangen und nicht dem Wort vertrauen.
Wie wird man Gesamtleiter?
Aus der Teilleitung heraus, fast immer im eigenen Haus. In der Sozialwirtschaft steht am Anfang ein Fachberuf in Pflege, Heilerziehungspflege oder Sozialer Arbeit, darauf folgen ein Studium oder eine Weiterbildung in Sozial- oder Pflegemanagement und mehrere Jahre als Einrichtungsleitung. Im Bauwesen führt der Weg über ein Studium im Bauingenieurwesen und mehrere Jahre Bau- oder Projektleitung, in der Gastronomie über Betriebsleitungen mehrerer Häuser, im Bildungsbereich über Schul- oder Fachbereichsleitungen. Eine geschützte Bezeichnung, eine Prüfung oder eine Kammerzulassung gibt es nicht. Was zählt, ist der Nachweis, bereits Führungskräfte geführt und ein Budget über mehrere Einheiten hinweg verantwortet zu haben.
Was der Beruf verlangt
Die erste Aufgabe ist meist, den eigenen Auftrag zu klären. Weil die Stelle oft neu geschnitten wird, stehen Befugnisse und Erwartungen selten so genau fest wie bei einer Betriebs- oder Niederlassungsleitung; wer hier nicht früh Klarheit schafft, trägt Verantwortung ohne die Mittel, sie einzulösen. Dazu kommt die Arbeit zwischen zwei Erwartungen: Der Träger will Steuerung und Vereinheitlichung, die Einrichtungen wollen ihre gewachsene Eigenart behalten. Umfasst die Stelle zugleich die Leitung einer Einrichtung, gelten die landesrechtlichen Anforderungen an Einrichtungsleitungen samt Nachweisen gegenüber der Heimaufsicht. Fachlich verlangt die Rolle Sicherheit in Belegung und Auslastung, in Personalgewinnung und Dienstplanung über mehrere Häuser hinweg sowie in Verhandlungen mit Kostenträgern, in denen Entgelte und Pflegesätze festgelegt werden.
Aussichten
Unter dieser Bezeichnung schreibt der Markt wenig aus, und wer ausschließlich danach sucht, findet kaum etwas. Dieselbe Aufgabe steht häufiger unter Bereichsleitung, Regionalleitung, Verbundleitung oder Geschäftsführung. Der Bedarf selbst wächst, vor allem in der Sozialwirtschaft, weil kleine Träger fusionieren und größere ihre Häuser zu Verbünden zusammenfassen, die eine Leitungsebene zwischen Geschäftsführung und Einrichtung brauchen. Wer die Stelle einige Jahre ausgefüllt hat, geht in die Geschäftsführung des Trägers oder in eine größere Verbundleitung. Für Bewerbungen gilt der nüchterne Rat, die Aufgabe zu beschreiben und den Titel nur zu erwähnen.
Aufgaben
- Mehrere Einrichtungen, Betriebe oder Projekte gemeinsam führen
- Die nachgeordneten Leitungen auswählen, einarbeiten und entwickeln
- Ein gemeinsames Budget planen und verantworten
- Belegung, Auslastung und Qualität über alle Einheiten steuern
- Mit Träger, Kostenträgern und Behörden verhandeln
- Standards vereinheitlichen, ohne örtliche Eigenheiten zu zerstören
- Den Verbund nach außen vertreten
Voraussetzungen
- Mehrjährige Erfahrung als Einrichtungs-, Betriebs- oder Projektleitung
- Einschlägiger Fachberuf oder Studium der jeweiligen Branche
- Weiterbildung oder Studium in Sozial-, Pflege- oder Betriebsmanagement
- Erfahrung in der Führung von Führungskräften
- Sicherheit in Budgetplanung und Entgeltverhandlungen
- Bereitschaft, einen unscharf geschnittenen Auftrag selbst zu klären
Wo man arbeitet
- Träger der Sozialwirtschaft mit mehreren Einrichtungen
- Bauunternehmen mit mehreren Projekten
- Gastronomie- oder Hotelbetreiber mit mehreren Häusern
- Bildungswerk, Akademie oder Schulverbund
Der Weg in den Beruf
Es gibt keine geregelte Ausbildung und keine geschützte Bezeichnung. In der Sozialwirtschaft führt der Weg über einen Fachberuf in Pflege, Heilerziehungspflege oder Sozialer Arbeit, ein Studium oder eine Weiterbildung im Sozial- und Pflegemanagement und mehrere Jahre als Einrichtungsleitung. Im Bauwesen ist ein Studium des Bauingenieurwesens mit Bau- und Projektleitungserfahrung üblich, in der Gastronomie die Betriebsleitung mehrerer Häuser. Umfasst die Stelle die Leitung einer Einrichtung, gelten zusätzlich die landesrechtlichen Anforderungen an Einrichtungsleitungen.
Offene Stellen als Gesamtleitung
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Gesamtleitung (m/w/d) Medizinisch-technischer-Dienst
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