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Einheit & Region

Regionalleiter

Regionalleiter führen die Leitungen mehrerer Standorte einer Region und verantworten deren Ergebnis, ohne selbst an einem davon zu sitzen.

35 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Regionalleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.400 € 5.400 € 6.700 € 64.800 €
Mit Berufserfahrung 6.000 € 7.400 € 9.300 € 88.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.200 € 10.200 € 13.500 € 122.400 €

Ausschlaggebend sind die Zahl der geführten Standorte, deren Größe und die Branche. Eine Region mit wenigen großen Märkten und eine mit vielen kleinen Filialen tragen denselben Titel und unterscheiden sich erheblich in Umfang und Vergütung. Üblich ist ein variabler Anteil an den Ergebnissen der Region, außerdem ein Dienstwagen zur privaten Nutzung, der in den Werten nicht enthalten ist. Im Handel und in der Systemgastronomie liegt das feste Einkommen tendenziell niedriger und der variable Anteil höher als in Gesundheit und Industrie.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Regionalleiter?

Der Regionalleiter führt mehrere Betriebsstätten, und keine davon ist sein Arbeitsplatz. Unter seiner Verantwortung stehen die Leitungen von Filialen, Märkten, Niederlassungen, Praxen, Pflegeeinrichtungen oder Restaurants in einem geografisch abgegrenzten Gebiet, und er verantwortet deren Ergebnis in Summe. Die Arbeit besteht zu großen Teilen aus Besuchen: vor Ort sehen, das Gesehene mit den Kennzahlen zusammenbringen, Ziele vereinbaren, Maßnahmen verabreden und beim nächsten Besuch nachhalten. Dazu kommen die Auswahl, Einarbeitung und Entwicklung der Standortleitungen, Trennungsgespräche, Neueröffnungen, Umbauten und Schließungen sowie die Umsetzung von Konzepten aus der Zentrale samt der Rückmeldung, warum ein Konzept in dieser Region nicht trägt. Der Unterschied zum Gebietsleiter im Vertrieb liegt im Gegenstand: Der Regionalleiter führt Betriebsstätten und ihre Belegschaften, der Gebietsleiter bearbeitet einen Markt mit Kunden. In Handelsketten werden beide Bezeichnungen allerdings vermischt, weshalb die Aufgabenbeschreibung mehr wert ist als der Titel.

Wie wird man Regionalleiter?

Aus einer erfolgreichen Standort-, Filial- oder Marktleitung, fast immer im eigenen Unternehmen, weil die Rolle Kenntnis der Abläufe und Glaubwürdigkeit bei den Leitungen voraussetzt. Der fachliche Unterbau kommt aus der Branche: eine Ausbildung im Einzelhandel mit Handelsfachwirt, ein Studium der Betriebswirtschaft, in Gesundheit und Pflege ein Fachberuf mit Studium im Management. Entscheidend ist weniger der Abschluss als ein belegbarer Nachweis, einen schwierigen Standort gedreht oder einen neuen zum Laufen gebracht zu haben. Ergänzt wird das durch Weiterbildungen in Führung auf Distanz, Arbeitsrecht, Kennzahlensteuerung und Gesprächsführung.

Was der Beruf verlangt

Führen, ohne dabei zu sein. Wer nur an wenigen Tagen im Monat vor Ort ist, sieht einen Ausschnitt und muss daraus auf das Ganze schließen; das verlangt gute Fragen, verlässliche Zahlen und die Fähigkeit, Schönfärberei zu erkennen, ohne jeden zu verdächtigen. Dazu kommt die Verantwortung für Ergebnisse, die andere erarbeiten, und die Pflicht, in fremden Teams unangenehme Personalentscheidungen zu treffen. Der Alltag besteht aus Fahrten, Nächten auswärts und Terminen, die sich schlecht bündeln lassen; die Arbeitszeit ist schwer zu begrenzen, weil Fahrzeit hinzukommt. Als leitender Angestellter im Sinne des § 5 BetrVG gilt für Regionalleitungen das Arbeitszeitgesetz nach § 18 ArbZG regelmäßig nicht, und nach § 14 KSchG bedarf ein arbeitgeberseitiger Auflösungsantrag keiner Begründung. Schließlich fällt der Rolle eine doppelte Vertretung zu: die Zentrale vor Ort und die Region in der Zentrale.

Aussichten

Filialisierte Branchen wachsen und verdichten sich zugleich, und beides schafft Bedarf: Expansion braucht Regionen, Konsolidierung braucht jemanden, der zusammenlegt. Weil die Steuerungslogik über Branchen hinweg ähnlich ist, gelingt der Wechsel zwischen Handel, Gastronomie, Gesundheit und Dienstleistung häufiger als in anderen Führungsrollen. Die Wege nach vorn führen in größere Regionen, in eine Betriebs- oder Vertriebsleitung der Kette oder in die Geschäftsführung. Ein Risiko bleibt: Wenn Ketten Regionen neu zuschneiden oder eine Führungsebene streichen, trifft es zuerst diese Zwischenstufe.

Aufgaben

  • Mehrere Standorte einer Region führen und deren Ergebnis verantworten
  • Standortleitungen auswählen, einarbeiten und entwickeln
  • Standorte regelmäßig besuchen und Maßnahmen nachhalten
  • Kennzahlen vergleichen und Abweichungen aufklären
  • Konzepte der Zentrale vor Ort umsetzen
  • Neueröffnungen, Umbauten und Schließungen begleiten
  • Personalentscheidungen in den Standortteams treffen
  • Die Region gegenüber der Zentrale vertreten

Voraussetzungen

  • Mehrjährige erfolgreiche Leitung eines Standorts oder einer Filiale
  • Branchenüblicher Abschluss, häufig Fachwirt oder betriebswirtschaftliches Studium
  • Erfahrung in der Führung von Führungskräften
  • Sicherheit in Kennzahlensteuerung und Arbeitsrecht
  • Hohe Reisebereitschaft und Führerschein
  • Fähigkeit, auf Distanz zu beurteilen und zu entscheiden

Wo man arbeitet

  • Filialunternehmen des Einzelhandels
  • Systemgastronomie und Restaurantketten
  • Pflege- und Gesundheitsunternehmen mit mehreren Häusern
  • Dienstleistungsunternehmen mit Niederlassungsnetz

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt fast immer über eine erfolgreiche Standort-, Filial- oder Marktleitung im eigenen Unternehmen. Als fachlicher Unterbau dienen eine Ausbildung in der Branche mit anschließendem Fachwirt, ein betriebswirtschaftliches Studium oder, in Gesundheit und Pflege, ein Fachberuf mit Studium im Management. Wichtiger als der Abschluss ist der Nachweis, einen schwierigen Standort verbessert oder einen neuen aufgebaut zu haben. Ergänzend sind Weiterbildungen in Führung auf Distanz, Arbeitsrecht, Kennzahlensteuerung und Gesprächsführung üblich.

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